Füsiliere

 

Im Kriegsstärkenachweis der Volksgrenadierdivison war nur eine Füsilierkompanie vorgesehen. Die Infanteriedivision 45 sah hingegen ein Füsilierbataillon vor. Die 212. Volks Grenadier Divison wurde gleich mit einem Bataillon aufgestellt, während z.B. bei der 352. Volks Grenadier Division die Kompanie erst im Januar 1945 auf Bataillonsstärke vergrößert wurde. Die Gliederung dieser Einheit entsprach exakt der einer Grenadierkompanie bzw. eines Grenadierbataillons. Allerdings waren alle Soldaten mit Fahrrädern beweglich gemacht worden.

Die Hauptaufgabe der Füsiliere bestand eigentlich darin, als Aufklärungseinheit zu operieren. Da aber mit der fort Dauer des Krieges immer weniger von dieser Truppengattung gebrauch gemacht werden konnte, dienten die Füsiliere meist als Reserve der Grenadierregimenter.

 

Die Gliederung einer Füsiliergruppe, komplett mit Fahrrädern beweglich gemacht, so wie es ein Füsilier der 3. Kompanie der 212. Füsilierbataillons berichtete:

 

Während der Aufstellung in Schieradz, hatte die Einheit komplett neue Uniformen und Ausrüstungen erhalten. Dazu gehörten Feldanzüge des Typs 1944 mit kurzer Jacke und Winterwendetarnanzüge. Die Ausrüstung wurde mit dem A-Rahmen ergänzt.

Die Stärke der Gruppe betrug zehn Mann. Ein Unteroffizier als Gruppenführer, ein Obergefreiter, ein Gefreiter und sieben Füsiliere. Nur die drei erst genannten hatten schon Fronterfahrung, die sieben Füsiliere waren entweder aus rückwärtigen Einheiten oder z.B. von der Luftwaffe. Die Bewaffnung der Gruppe bestand aus einem MG 42, einem K98 mit Gewehr Granat Gerät und acht Sturmgewehren. Kurz vor dem Einsatz, in der Nähe von Echternach, in Luxemburg, erhielten sie zusätzlich eine Panzerfaust 60, einige Stiel- und Eier- Handgranaten sowie einige Kisten Ersatzmunition und Gewehrgranaten. Zur Verständigung erhielt die Gruppe ein Tornisterfunkgerät. Mit diesem konnte ein Sturmgeschütz oder Granatwerferfeuer angefordert werden. Das alles war auf den Fahrrädern mit der persönlichen Ausrüstung zusammen verpackt. Da die Gruppe im Kampfeinsatz stand, mußten die Fahrräder oft zurückgelassen werden. Dies geschah so, das jeweils die Hälfte der Gruppe auf dem Fahrrad zurück fuhr und mit einer Hand jeweils ein zweites Fahrrad mit führte. So wurden die Räder auch wieder nach vorne geholt.