WESTWALL Luftverteidigungszone West LVZ West

Der Westwall wurde mitte der 30er Jahre vom Deutschen Reich als Verteidigungsanlage an der Westgrenze des Reiches von der Schweiz bis in die Region Aachen gebaut, um als Abschreckung gegen einen französischen Angriff zu dienen. Er bildet das Gegenstück zur Maginot Linie in Frankreich.

Anders als die Maginot Linie ist der Westwall aber tief gestaffelt und reichte teilweise bis 100 Kilometer in das Reichsgebiet hinein.

 

Den hinteren Abschluß bildete die Luftverteidigungszone West, die aus vielen kleineren Ketten von Flakstellungen bestand. Und den einflug von Feindflugzeugen in das Reichsgebiet sichern sollte.

 

Bemerkenswert am Westwall ist, das es sich um eine statisches Verteidigungsanlage handelte, die im völligen Gegensatz zu der, in der gleichen Zeit, vom Deutschen Reich entwickelten Blitzkriegtaktik steht.

 

Unmengen an Beton, Stahl und anderem Material wurden von der Organisaton Todt, dem Reichsarbeitsdienst und Privatfirmen verbaut. Die Menschen in der Baustellenregion profitierten sehr von dem Bauboom, da Unterkünfte, Transportfahrzeuge und Verpflegung für die Arbeiter benötigt wurden.

 

In Deimberg erinnert noch heute das Dorfgemeinschaftshaus, auch in der weiteren Umgebung als Flakhalle bekannt, an diese Zeit.

 

Diese Halle wurde als Unterstellhalle für eine Batterie Flak (Flugabwehrkanonen)

errichtet. Rechts neben der Flakhalle befindet sich das Feuerwehrhaus, das zur damaligen Zeit als Unterkunftsbaracke gebaut wurde.

 

Dieses Foto wurde vom Deimberger Höfchen aus aufgenommen. Es zeigt eine unbewirtschaftete Fläche im Vordergrund und einen Spitze über dem Rapsfeld.

Bei der Fläche im Vordergrund handelt es sich um einen gesprengten und dann übererdeten Bunker. Es dürfte aufgrund der taktisch günstigen Lage ein Kampfbunker zur Nahverteidigung gewesen sein.

Die Spitze im Hintergrund dürfte ein ehemaliger, gesprengter Munitionsbunker gewesen sein. In diesem Bereich standen auch die Flakgeschütze in Feuerstellung. Eine weitere Aufnahme dieses Bunkerrestes ist auf dem unteren Foto zu sehen.

An einigen Flakstellungen an anderen Stellen konnte ich diese Betonstraße ebenfalls finden, deshalb gehe ich auch hier von einem original aus der Zeit aus. Mit diesem geriffelten Beton wurden steile Wegstrecken der Anfahrtswege zu den Flakstellungen befestigt.

Anfahrtsweg Flakstellung

Die Flakstellung Deimberg gehörte zu einer Kette von Stellungen, die sich von Dickesbach über Sien und Unterjeckenbach bis nach Deimberg zog.

Allerdings gibt es noch viel über die Deimberger Stellung zu erforschen, für Hilfe dabei würde ich mich freuen!

In Sien  sind einige Bunker erhalten geblieben, die einen Eindruck der Stellung von Deimberg liefern. Die Stellung ist komplett mit einem Laufgraben verbunden, der heute noch sichtbar ist. Am östlichen Ende befindet sich eine verbunkerte Quelle, die die Stellung mit Trinkwasser versorgte. Dieser Bunker ist erhalten geblieben.

Ausserdem finden sich noch zwei weitere Intakte Bunker, von denen einer ein Munitionsbunker war.  Am Ende des Laufgrabens finden sich die Fundamente einer Baracke, die wohl als Unterkunftsgebäude gedient hat.

Ebenfalls finden sich mehrer gesprengte Bunker auf der Fläche.

 

Bunker mit Quelle im Inneren
Quellbunker mit Laufgraben den Hang hinauf im Hintergrund. Unten in der Vergrößerung
Munitionsbunker
Notausgang des Munitionsbunkers