Gliederung des Grenadier Regiment der Volks Grenadier Division

 

Die drei Grenadier Regimenter der Volks Grenadier Division waren die Haupt Kampfeinheiten dieses Divisionstyps. Im Gegensatz zu früheren Gliederungen von Infanterie Regimentern, verfügten diese Grenadier Regimenter über eine geringere Personalstärke. Dieses Verringerung der Kampfkraft sollte mit der Eingliederung von automatischen Handwaffen wieder ausgeglichen werden.

Hier spielte vor allem die Maschinenpistole 44 (Sturmgewehr) eine wichtige Rolle.



 



Das Regiment war wie folgt aufgeteilt:


Stab mit Stabskompanie.

 

Die Stabskompanie verfügte über drei Züge.

  1. Zug Radfahrer – Sie dienten in erster Linie als Aufklärer

 

2.Zug Pioniere – Sie unterstützen das Regiment durch

typische Pioniertätigkeiten, z.B. Minen- räumen und 

-legen, Sperren beseitigen und Anlegen, Sprengen

usw.


  1. Zug Nachrichten.

Durch die Männer dieses Zuges wurde die Verbindung

der einzelnen Kompanien und des Stabes hergestellt.

Sie verfügten dazu über Funk- und

Drahtverbindungsgeräte.


Der Pionier- und der Radfahrzeug waren auch die einzige Reserve, die dem Regiment direkt unterstand.

Eine weitere Mannschafts und Führerreserve konnte

der Regiments Kommandeur, laut dem Merkblatt

Hinweise für die Führung des Grenadier Regiments einer Volks Grenadier Division“, aus den Schützenzügen der Grenadier Kompanien auf dem Kommandowege erstellen.



Soldaten eines Nachrichtenzuges bedienen ein Feldtelefon. Sie tragen Winterwendejacken und Hosen

Diese wurden dann in einer Kompanie zusammengefaßt. Das Personal sollte nach entsprechender Zeit, ratenweise ausgetauscht werden. Wenn diese Kompanie als Einsatzreserve dienen sollte, mußte sie so bereitgehalten werden, das sie dem Regimentskommandeur zeitgerecht und an geeigneter Stelle zur Verfügung stand.

 

Das Regiment verfügte über zwei Grenadier Bataillone. Diese waren identisch aufgebaut. Sie bestanden aus dem Stab, drei Grenadier Kompanien, einer schweren Kompanie und dem Versorgungszug.

 

Die Grenadier Kompanie war in den Kompanietrupp und drei Züge aufgeteilt.

(laut Kriegs Stärken Nachweis 131 V vom 1.11.1944)

 

Die Bezeichnungen der Grenadier Kompanien waren 1.2.3. Kompanie im I. Bataillon und 5.6.7. Kompanie im II. Bataillon.

 



Der Kompanietrupp beinhaltete die Führungsgruppe der Kompanie.

 

Er bestand aus dem

 

Kompanieführer, bewaffnet mit MP44

Kompanietruppführer, bewaffnet mit MP 44

Rechnungsführer, beweglich gemacht mit Fahrrad, bewaffnet mit Karabiner

Geräteunteroffizier, beweglich gemacht mit Fahrrad, bewaffnet mit Karabiner

Sanitätsunteroffizier, beweglich gemacht mit Fahrrad, bewaffnet mit Pistole

Hauptfeldwebel, zugleich Führer der Gefechtsfahrzeuge, beweglich gemacht auf

Fahrrad, bewaffnet mit einer Maschinenpistole

Drei Melder, einer davon auf Fahrrad beweglich gemacht. Bewaffnet mit MP44

Sechs Scharfschützen (drei Paare), bewaffnet meist mit Karabiner 43 mit Gewehrzielfernrohr, aber auch die Scharfschützenversionen des K98 kamen zum Einsatz.

Vier Funker für Feldfunksprecher b zugl. Melder, bewaffnet mit Karabiner

Pferdeführer, bewaffnet mit Karabiner

Ein leichtes Zugpferd mit einem Infanteriekarren für bespannten Einsatz (If. 8)

Ein unbespannter Infanteriekarren

Fünf Fahrräder



 

Art

Anzahl

 

 

Offizier,

1

Unteroffiziere

5

Mannschaften

14

leichtes Zugpferd

1

Karabiner

7

Sturmgewehre

5

Selbstladegewehre

6

Pistole

1

Maschinenpistole

1

Fahrräder

5

Infanteriekarren

2



Der 1. (Sturm) Zug

 

Der 1. Zug bestand aus:

 

Ein Offizier als Zugführer, bewaffnet mit MP44

 

Zugtrupp:

 

Zwei Melder, bewaffnet mit MP 44

Drei Schützen für Gewehrgranatgerät, bewaffnet mit Karabiner und Gewehr

Granat Gerät

Ein Krankenräger, bewaffnet mit Pistole

Ein Fahrer vom Bock, bewaffnet mit einem Karabiner

Ein Pferdeführer für Infanteriekarren, bewaffnet mit einem Karabiner

Drei leichte Zugpferde

Zwei Infanteriekarren, einer davon bespannt mit einem Pferd.

Gefechtswagen, Hf. 1 oder Hf. 6 oder landesübliches Gerät bespannt mit zwei Pferden.

Ein leichtes MG als Waffenreserve

 

1. (Sturm) Gruppe:

 

Ein Gruppenführer, bewaffnet mit MP 44

Sieben Grenadiere, bewaffnet mit MP 44

 

2. (Sturm) Gruppe, wie 1.

 

 

3. Gruppe:


Ein Gruppenführer, bewaffnet mit MP 44

Fünf Grenadiere, bewaffnet mit MP44

Zwei Grenadiere, bewaffnet mit jeweils

einer Pistole und einem leichten MG



 

Art

Anzahl

 

 

Offizier,

1

Unteroffiziere

3

Mannschaften

29

leichtes Zugpferd

3

Karabiner

5

Sturmgewehre

25

Pistole

3

l. Maschinengewehr

3

Feldwagen

1

Infanteriekarren

2

 


   
     
     

Der Zweite (Sturm) Zug

 

Der Zweite Zug entsprach dem 1. Zug, allerdings war die Zugführerstelle nicht mit einem Offizier besetzt, sondern mit einem Unteroffiziersdienstgrad.

 

 

Der 3. Zug

 

Der 3. Zug bestand aus:

 

Ein Unteroffiziersdienstgrad als Zugführer, bewaffnet mit einer Maschinenpistole

 

Zugtrupp:

 

Zwei Melder, bewaffnet mit Maschinenpistole

Drei Schützen für Gewehrgranatgerät, bewaffnet mit Karabiner und Gewehr

Granat Gerät

Ein Krankenräger, bewaffnet mit Pistole

Ein Fahrer vom Bock, bewaffnet mit einem Karabiner

Ein Pferdeführer für Infanteriekarren, bewaffnet mit einem Karabiner

Drei leichte Zugpferde

Zwei Infanteriekarren, einer davon bespannt mit einem Pferd.

Gefechtswagen, Hf. 1 oder Hf. 6 oder landesübliches Gerät bespannt mit zwei

Pferden.

 

  1. Gruppe:

 

Ein Gruppenführer, bewaffnet mit Maschinenpistole

 

Fünf Grenadiere, bewaffnet mit Karabiner

Ein Grenadier, bewaffnet mit Maschinenpistole

Ein Grenadier, bewaffent mit einer Pistole und einem

leichten Maschinengewehr

 

2. und 3. Gruppe, wie 1. Gruppe



 

 

Art

Anzahl

 

 

 

Unteroffiziere

4

 

Mannschaften

29

 

leichtes Zugpferd

3

 

 

Karabiner

20

 

Maschinenpistole

9

 

Pistole

4

 

le. Maschinengewehr

3

 

Feldwagen

1

 

Infanteriekarren

2

 

 


   
     
     

Ergänzungen:

 

Ein Unteroffizier ist als Gasschutzunteroffizier einzuteilen.

Vier Stellen der Mannschaftsdienstgrade sind mit Hilfswilligen zu besetzten.

Die Einheit bildet einen Gasspürtrupp, bestehend aus einem Führer und drei Mann. Sowie einen Truppenentgiftungstrupp, bestehend aus einem Führer und sechs Mann. Darunter, soweit vorhanden ein SAN Dienstgrad oder Krankenträger.

Sechs Mannschaftsdienstgrade sind als Hilfskrankenträger zu bestimmen.

 

Im Merkblatt „Hinweise für die Führung des Grenadier Regiments einer Volks Grenadier Division“ heißt es die Feuer- und Stoßkraft ist wesentlich erhöht worden, dies wurde erreicht, durch Eingliederung von zwei MP Stoßzügen. Diese Züge sind durch die Feuerkraft und Feuerbereitschaft der Waffen besonders zur stoßtruppartigen Kampfführung im Angriff und in der Verteidigung (Einbruch Gegenstoß) geeignet.

Ihr Einsatz erfolgt vor allem in den Geländeabschnitten, die durch ihre Unübersichtlichkeit, die schweren Waffen (MGs GrWf, IG) nicht voll zur Wirkung kommen lassen. Die MP 44 verfügt bis zu 400 Metern über etwa die gleiche Treffgenauigkeit wie das Gewehr. Der Wert dieser vollautomatischen Waffe liegt in der hohen Treffgenauigkeit und Feuergeschwindigkeit im Einzelfeuer (22-28 Schuß/Minute) sowie zur Steigerung bis hin zu Feuerstößen.

Vom Feuerstoß ist nur im Nahkampf (Einbruch, Gegenstoß, Nachtkampf) Gebrauch zu machen. Auf Straffe Feuerzucht und Munitionstaktik ist zu achten, da die Kurzpatrone nicht durch die normale Gewehr Munition ersetzt werden kann.

Die MP Züge verfügen über jeweils 1 l.MG als Gerätereserve, das zur Verstärkung der Feuerkraft in der Verteidigung und zum Flugzielbeschuß verwendet werden sollte.



Die Gewehrgranatgerät Schützen sind bei den Zügen zuammengefaßt. Durch Ausnutzen der gesteigerten Schußweiten kann der Zugführer bei Angriff und Abwehr das Feuer der MP und MG wirksam ergänzen.

(Anmerkung: Die Gewehrgranatgerät Schützen wurden oft auf die einzelnen Gruppen verteilt, da sie dort sinnvoller den Feuerkampf unterstützen konnten;

ein Schütze pro Gruppe)



Gesamtstärke und Material der Kompanie:

Art

Anzahl

 

 

Offiziere

2

Unteroffiziere

16

Mannschaften

101

leichtes Zugpferd

10

Sturmgewehr (MP44)

55

Selbstladegewehr

6

Karabiner

37

Maschinenpistole

10

Pistole

11

le. Maschinengewehr

9

Gewehr Granat Geräte

9

Feldwagen

3

Infanteriekarren

8

Fahrräder

5

 


   
     
     

Die schwere Kompanie des Grenadier Bataillons:

 

Die schweren Kompanien der zwei Grenadier Bataillone wurden im I. Bataillon mit 4. Kompanie und im II. Bataillon mit 8. Kompanie bezeichnet.

In dieser Kompanie waren alle schweren Waffen des Bataillons zusammengefaßt. Der Bataillonskommandeur konnte so einfacher auf die Führung im Feuerkampf einwirken. Die schnelle Bildung von Feuerschwerpunkten in Angriff und Verteidigung wurde erleichtert.

Die Kompanien bestanden aus vier Zügen:

 

  1. Zug: Schwere Maschinengewehre

  2. Zug: Schwere Maschinengewehre

  3. Zug: mittlere Granatwerfer 8cm

  4. Zug: leichtes Infanterie Geschütz 7,5cm

 

Die zwei s.M.G. Züge der Kompanie verfügten jeweils über vier schwere Maschinengewehre. Der Einsatz sollte aus verdeckter Stellung erfolgen und die leichten MGs der Grenadier Kompanien ergänzen.

 

Die mittleren Granatwerfer sollten vor allem Zugweise eingesetzt werden. Jeder Zug bestand aus sechs 8cm Granatwerfern. Nur bei größeren Abschnittsbreiten in der Verteidigung sollten die Granatwerfer Gruppenweise eingesetzt werden.

Die leichten Infanterie Geschütze hingegen durften nur Zugweise eingesetzt werden. In einem Zug waren vier Geschütze vorhanden. Ihr wendiges, zusammenefaßtes Feuer bildete eine wichtige Waffe in der Hand des Bataillonskommandeurs. Die Hauptaufgabe der le IG 37 war das vernichten feindlicher schwerer Infanteriewaffen- und Wiederstandsnester. In der Verteidigung sollten sie außerdem feindliche Ansammlungen bekämpfen und sich am Sperrfeuer beteiligen. Der Einsatz der Waffen sollte aus verdeckten Feuerstellungen aus der Tiefe des Hauptkampffeldes erfolgen. Eine enge Verbindung der Beobachtungsstellen sollten zu den vorne kämpfenden Kompanien gehalten werden.

Bei feindlichem Panzerangriff sollten die Infanteriegeschütze auch die Panzerabwehr übernehmen. Bis höchstens 400 Meter Entfernung konnten die l IG. gute Treffleistungen erbringen. Da aber die Durchschlagsleistung der Geschütze zu gering war, wurde hauptsächlich mit der Wirkung gegen Seite und Ketten feindlicher Panzer gerechnet. Aufgrund dieser Tatsache mußten in der nähe der verdeckten Feuerstellungen, Abwehrfeuerstellungen erkundet werden, die ein flankierenden Angriff auf durchgebrochene Panzer ermöglichte.

Eine Verstärkung der Wirkung des Feuers konnte durch Zusammenfassung des Granatwerfer- und Infanteriegeschützzuges erreicht werden. Dieser zusammengefaßte Zug stand dann unter der Feuerleitung des Chefs der schweren Kompanie. Diese Art des Feuers sollte im Angriff und in der Verteidigung möglichst immer angestrebt werden.

Später sollten die vier leichten Infanterie Geschütze gegen vier Schwere ausgetauscht werden. Dies geschah aber nicht in allen Einheiten.

 

Der Versorgungszug des Bataillons

 

Bei den älteren Divisionstypen verfügte jede Kompanie über ihren eigenen Troß, der dafür verantwortlich war, den Nachschub zur Kompanie zu bringen, die Verpflegung zu bereiten und Material zu reparieren.

Dies viel bei den Kompanien des Grenadierbataillons weg. Die Troße wurden im Versorgungszug vereinigt und sorgten so zentral für den Nachschub, die Verpflegung und Reparatur des Materials des Bataillons.

Das sparte Personal und Material ein und erlaubte dem Kompanieführer sich nur auf seine eigentlichen Aufgabe zu konzentrieren, die Kampfführung.

Im Versorgungszug waren Fahrzeuge zum transportieren des Nachschubs und Feldküchen vorhanden. Die Fahrzeuge des Versorgungszuges waren alle bespannt. Somit benötigte die Einheit keinen Treibstoff.

 

 

 

Die 13. Kompanie des Regiments (Schwere Kompanie)

 

Die 13. Kompanie ist die schwere Kompanie des Regiments. Sie beinhaltet zwei Züge mit jeweils 4 schweren Granatwerfen 12 cm und einen Zug mit vier leichten Infanteriegeschützen 37. In „Hinweise für die Führung des Grenadier Regiments einer Volks Grenadier Division“ heißt es, das der le. IG. Zug später durch einen Zug mit zwei schweren Infanterie Geschützen ersetzt werden sollte. Dies geschah auch zu Teil.

Die Kompanie sollte möglichst immer im Gefechtsschwerpunkt des Regiments eingesetzt werden, das Unterstellen einzelner Züge sollte eine Ausnahme bleiben. Dies führte dazu, daß der Regimentskommandeur eine schlagkräftige Kompanie mit weitreichenden Waffen zur Verfügung hatte, die schnell eingesetzt werden konnte.

 

Die 14. Kompanie des Regiments (Panzer Zerstörer Kompanie)

 

Diese Kompanie ersetzte die in vorherigen Divisionstypen üblichen Panzerabwehrkompanien des Regiments, die mit Panzerabwehrkanonen ausgerüstet waren. Nun verfügte die Pz. Zerstörer Kompanie über drei Züge mit jeweils 18 Panzerschreck (8,8 cm Raketenpanzerbüchse 54). Weitere 18 Panzerschreck waren als Gerätereserve vorhanden. Der Regimentskommandeur war dadurch in der Lage, eine gestaffelte, durchschlagsfähige Panzerabwehr aufzubauen und somit die Panzerabwehr (Panzerfaust und Panzernahkampfmittel) der anderen Kompanien, wirksam zu ergänzen.

Der Einsatz sollte Zug oder Gruppenweise erfolgen. (18 oder 6 Panzerschreck)

Der Truppweise Einsatz von drei Panzerschreck sollte auf Ausnahmen beschränkt werden. Um Panzerabwehrschwerpunkte zu bilden, konnte auf die Gerätereserve zurückgegriffen werden, soweit genug Personal vorhanden war.

Die Panzerschreck und die dazugehörige Munition wurden auf Infanteriekarren verlastet und konnte dann per Hand oder von einem Pferd gezogen werden.

Üblich war der Transport der Panzerschreck Raketen und Munition für eine Panzerzerstörergruppe auf zwei Infanteriekarren, die von einem oder zwei Pferden gezogen wurden. Auf Karren Nummer eins wurden sechs Panzerschreck und etwa acht bis zehn Kisten mit jeweils zwei Panzerschreck Raketen verladen. Auf dem zweiten Infanteriekarren konnten dann noch mal etwa 30 weitere Raketen und Gepäck verladen werden.